Portugal Übersicht Teil III
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| (c) Sebastiao da Fonseca | Zu welchen Wunderwerken die Natur fähig ist, zeigt sich an der Algarve die steile Sandsteinküste. Hier sieht man bizarre, von Wind und
Meer geformte Felsen und Küstenabhänge; sie sind einmalig in Europa. Vor gut dreißig Jahren kaum bekannt, lockte ihre Schönheit mehr
und mehr Touristen an. In Windeseile paßte sich die Küste widerstandslos dem Geschmack mitteleuropäischer Ferienkultur an, die
Nachteile des Massentourismus hinterlassen ihre Spuren. Nur im Winter finden die Badebuchten ihre Stille wieder.
Portugal ist seit 1986 Mitglied der EU und sucht den Anschluss an das moderne Europa. Seit Jahren lebt das Land vom
Tourismus;
er hat das Land verändert. Vielerorts ist die südliche Langsamkeit dahin, die Leute wollen sich partout nicht mehr wie früher in diese
"typisch" schwarze Kleidung werfen und vom Fado, der traurig-süßen Weltschmerzmelodie, will außer den Gästen kaum jemand noch etwas
wissen. Daß nach dem Niedergang der Fischindustrie noch bunte Fischerboote an den
Stränden liegen, dürfte manchem örtlichen
Tourismusreferenten zu verdanken sein. Auch die berühmten sieben Unterröcke der Frauen in Nazaré sind nur noch an den Trachtenpuppen in
Souvenirgeschäften zu bewundern. Und statt bemalter Eselskarren mit bunten Quasten und Kordeln ziehen stinkende Blechkarawanen durch die
Landschaft. Die archaischen Bilder sind dem Andrang von Badehosen und Surfbrettern gewichen, da mögen die abgenutzten Klischees der
Medien noch so standhaft weiter aufgelegt werden.
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| (c) Jose Manuel | Umwerfende Naturschönheit, romantische Architektur, verspielte Stick-, Häkel- und Fliesenarbeiten, eine Schwermut, die sich hinter dem
Mäntelchen des besonders für Nordeuropäer beeindruckenden südlichen Dolce-far-niente verbirgt, können geballt auch Ablehnung oder gar
Wut hervorrufen. So soll der portugiesische Schriftsteller Lobo Antunes Ende der neunziger Jahre in einem Interview einmal gesagt haben:
"Ich bin ein Mann aus einem schmalen, alten Land, aus einer in Häusern ertrinkenden Stadt. Ich wurde geboren und bin aufgewachsen in einer
stickigen Welt aus Häkelspitzen, die Häkelarbeit der Großtante und die manuelinische Architektur haben meinen Kopf in Filigranmuster zerlegt,
mich an die Nichtigkeit von Nippes gewöhnt, kurz, sie haben meine Sinne reglementiert".
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