Portugal Übersicht Teil II
Hier formt der Atlantik die Küste, ernährt den Menschen und beeinflußt seine
Architektur. Durch das Zeitalter der Entdeckungen vor und nach 1500
gewann die portugiesische Architektur und Kunst einen Einfluss, der in dieser Art nirgendwo in Europa anzutreffen ist und den man als
"Manuelinik" bezeichnet.
Flächenmäßig ist Portugal kleiner als der US-Bundesstaat Indiana, und doch können die Kontraste zwischen den einzelnen Regionen
kaum größer sein. Lissabon ist die pulsierende Metropole,
eine der schönsten Europas. Die Hauptstadt hat das Flair einer Weltstadt und zeigt sich in vielen Gesichtern. Sie ist prachtvoll und morbid,
pompös und gemütlich. Wo der Tejo mündet, streckt sich die "portugiesische Riviera" mit ihren eleganten Seebädern
Estoril
und Cascais
dem Atlantik entgegen. Das ist die Gegend um Lissabon. Der Rest des Landes, so will es
auf den ersten Blick scheinen, ist Natur. Kaum hat man den Großraum Lissabon verlassen, kommt man in ländliche, einsame Gegenden. Es genügt manchmal, wenige
Kilometer zu fahren, und schon ändern sich Bräuche,
Kunsthandwerk und Küche. Überall treten die Spuren in Erscheinung, die Klima-zonen und geschichtliche Ereignisse hinterlassen haben.
Das bergige Nordportugal ist üppig grün. Ganz anders erscheint dagegen die südliche Region Baixo Alentejo, deren weite Ebenen sich
zum nördlichen Rand der Algarve erstrecken. Das Land ist flach und karg. Hier gedeihen Getreide, Sonnenblumen, Olivenbäume und
Korkeichen. Im Frühjahr zeigen sich auch auf der
weiten, sanften Hügellandschaft die kräftigen Farben von Mohn, Ginster und Thymian.
Evora, die Hauptstadt des Alto Alentejo, ist einer der Höhepunkte des Landesinneren: Innerhalb ihrer römischen Stadtmauer kann man
Kultur und Geschichte unterschiedlicher Epochen auf engstem Raum begegnen.
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| (c) Sebastiao da Fonseca | Während der westliche Küstenstreifen zwischen Porto und Lissabon dicht besiedelt ist, haben sich die Bergprovinzen im Osten zu
vergessenen Landschaften entwickelt. Die Grenze zu Spanien ist dicht an dicht mit Burgen und Festungen übersät - ein Relikt aus der Zeit,
als der kleine Staat seine Unabhängigkeit gegen den mächtigeren Nachbarn verteidigte. Eingekeilt von Gebirgszügen und "Feindesland",
begegnet man in den unwirtlichen Gebirgsregionen der Beira Alta und Beira Baixa selten einem Menschen. Viele Dörfer sind verlassen, die
Bewohner vor der Armut an die Küste geflohen. Zehn besonders schöne, vom Verfall bedrohte Dörfer sind unter Denkmalschutz gestellt und
restauriert worden. Der Naturfreund findet darüber hinaus fast unberührte Landschaften, einsame Fluß- und Bergtäler, schneebedeckte
Gebirgszüge, wildwuchernde Wälder und Naturparks mit seltenen Pflanzen und Tieren.
Am Mondego sonnt sich die Universitätsstadt Coimbra an ihrer herrlichen Lage; sie ist eine der ältesten Universitäten Europas und die wichtigste Stadt der Beira Litoral. Majestätisch besetzt sie als Wahrzeichen der Stadt den höchsten Hügel, von dem aus sich die Stadt terrassenartig zum Fluß hinunter ausdehnt.
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