Investitionen in Portugal
Die wirtschaftliche Offenheit von Portugal, seine Mitgliedschaft in der EU, kombiniert mit der einmaligen geostrategischen Lage könnten
das Land zu einem natürlichen Tor zwischen der EU und den Weltmärkten machen. Die engen Bindungen des Landes mit den meisten
afrikanischen Ländern sowie Brasilien und sein transatlantisches Bündnis mit den USA schaffen potenziell eine kosteneffiziente Basis für
Internationalisierungsbemühungen.
Diese Vorteile werden gestützt durch eine relativ moderne Infrastruktur, die ständig erweitert wird. Der Tiefseehafen in Sines mit den
benachbarten Industrie- und Logistikgebieten ist ein gutes Beispiel der modernen Infrastruktur von Portugal.
Auslandsinvestitionen werden gefördert
Portugal bemüht sich um ausländische Investitionen. Die derzeitige Regierung garantiert ausländischen Investoren die Rückführung der
Gewinne und des Kapitals.
Privatisierung und Liberalisierung
Portugal plant seit einiger Zeit Privatisierungen in größerem Umfang, die das Banken- und Versicherungswesen, die Industrie und alle von der
Salazar-Diktatur verstaatlichten Unternehmen betreffen. Die Liberalisierung der Geldmärkte und Kapitalflüsse wurde bereits umgesetzt.
Produktivität und Lohnkosten
In Portugal sind die Löhne bei vergleichsweise langen Arbeitszeiten im europäischen Durchschnitt relativ niedrig. Die Lohnnebenkosten sind
bedeutend niedriger als etwa in Deutschland oder Frankreich. In Bezug auf Arbeitstageausfall durch Bummelstreiks und Blaufeiern steht
Portugal mit ca. 23 Tagen pro Jahr allerdings um mehrere Ränge schlechter da als Deutschland (19 Tage/Jahr). Quelle: Eurostat
Doch trotz aller Bemühungen aufseiten der portugiesischen Regierung, ausländische Investitionen ins Land zu ziehen und die Attraktivität
des Standorts Portugal für Investoren zu steigern, wird im Vergleich zu anderen Ländern wenig investiert. Die meisten Investitionen
ausländischer Anleger kommen aus Spanien und Großbritannien.
Zu den häufig genannten Gründen zählen eine schwerfällige, altmodische Bürokratie, häufige Streiks und Verständigungsschwierigkeiten
(im Vergleich zu englischsprachigen Ländern). Auch die Weltbankstudien der letzten Jahre wiesen Portugal auf relativ schlechten Rängen aus.
Länder wie Neuseeland und Singapur werden von Großanlegern bevorzugt als Standorte ausgewählt. Zum Vergleich: In dem
Weltbankbericht "Doing Business in 2006" erreicht Deutschland mit Rang 19 unter 155 Ländern auch nicht gerade eine Sonderstellung.
Es liegt beispielsweise hinter mehreren osteuropäischen Ländern wie Litauen
und Estland. Schlechte Noten bekommen die meisten westeuropäischen Länder in Arbeitsmarktfragen, darunter auch Deutschland und Portugal,
wobei Portugal sogar noch besser dasteht.
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