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Portugiesisch-Indien (Estado da India)

Portugiesisch-Indien (Estado da Índia) war eine portugiesische Kolonie in Indien. Sie bestand zum Ende der portugiesischen Herrschaft aus drei nicht miteinander verbundenen Territorien, die als Enklaven im britischen Kolonialgebiet lagen. Es waren dies die Gebiete von Goa, der Hauptstadt Portugiesisch-Indiens, Damao und Diu. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden von Goa aus jedoch sowohl die Besitzungen in Ostafrika als auch die Stützpunkte in Hinterindien mit verwaltet.

Im ausgehenden Mittelalter war Indien, auch wenn man in Europa nicht viel über den Subkontinent wußte, als Ursprungsland der äußerst begehrten und sehr kostbaren Gewürze geschätzt. Seit dem Fall von Konstantinopel am 29. Mai 1453 an die Türken war der Gewürzhandel für christliche europäische Händler nicht mehr zugängig, das Monopol hatten nunmehr die Moslems. Die Suche nach einer von diesen nicht beherrschten Handelsroute wurde deshalb zu einem wichtigen Teil der Politik der europäischen Handelsnationen, besonders von Portugal. Da die Moslems die Landroute kontrollierten, konnte dieser Zugang nur auf dem Seeweg gefunden werden, wofür die Südspitze von Afrika umrundet werden mußte. Ein erster wichtiger Schritt auf diesem Weg war getan, als Bartolomëu Diaz 1488 das Kap der Guten Hoffnung erreichte. 1497 erreichte Vasco da Gama schließlich Indien auf dem Seeweg.

Die Portugiesen begannen ab 1505, in Indien Gebiete zu erobern und dort Handelsstützpunkte einzurichten. Da der Weg nach Portugal zu weit war, um die indischen Gebiete effektiv von Portugal aus verwalten zu können, richteten die Portugiesen den "Estado da Índia", den indischen Staat ein, unter der Regentschaft eines vom portugiesischen Monarchen ernannten Vizekönigs, der weitreichende Vollmachten besaß. Unter den ersten beiden Vizekönigen Francisco de Almeida und Alfonso de Albuquerque wurde die portugiesische Machtposition planmäßig ausgeweitet. 1509 erlangt Portugal durch die Vernichtung einer arabischen Flotte vor Diu die vollständige Seeherrschaft im Indischen Ozean. 1510 besetzt Alfonso de Albuquerque Goa. 1535 wurde Diu und 1588 Damao portugiesisch.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann das Vordringen der Niederländer und der Briten in Süd- und Südostasien. Die Niederländer wichen dabei der portugiesischen Route nach Indien aus und steuerten, dank verbesserter geografischer und astronomischer Kenntnisse, vom Kap der Guten Hoffnung aus direkt das heutige Indonesien an.

Ab 1756 begannen die Briten, den größten Teil Indiens zu erobern. Zu diesem Zeitpunkt hatte Portugal bereits den Höhepunkt seiner Macht überstritten und konnte so der britischen Expansion nichts mehr entgegensetzen. 1802 bis 1813, als im portugiesischen Mutterland der Kampf zwischen den Briten und Napoleon tobte und Portugal danach von einem britischen Militärbefehlshaber (William Carr Beresford) regiert wurde, vollzog sich die Besetzung von Indien durch die Briten.

1961 standen in Goa 3.000 schlecht ausgerüstete portugiesische Soldaten einer indischen Übermacht von 30.000 Mann gegenüber. Das portugiesische diktatorische Regime unter António de Oliveira Salazar war nicht bereit, seine indischen Kolonien aufzugeben und befahl den dort stationierten Soldaten, in völliger Verkennung der militärischen Lage, sich gegen die Inder zu wehren. Die lokalen Befehlshaber erkannten jedoch, dass Widerstand zwecklos war und leisteten deshalb dem indischen Einmarsch kaum Widerstand. Die Kolonie Portugiesisch-Indien hatte damit nach über 450 Jahren portugiesischer Herrschaft ihr Ende gefunden. Die Gebiete wurden in die Indische Union eingegliedert.