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| (c) Amt für Tourismus - Azoren | 1811 tauchte etwa eine Meile vor der Küste von Sao Miguel gegenüber Ferreira eine neue Insel auf. Mit einhundert Metern Höhe und einer
Länge von etwa 1,5 km dauerte ihr Entstehen grob einen Monat. Die britische Fregatte Sabrina befand sich damals in der Gegend und
Kapitän Tillard beschloss, an der noch dampfenden Insel anzulegen. Er stak den Union Jack in den Boden, nannte die Insel Sabrina und
beanspruchte sie als britisches Gebiet! Zu Lasten seiner Glaubwürdigkeit war von der Insel keine Spur mehr zu sehen, als die nächsten
britischen Beobachter hinschifften. In nur vier Monaten hatte die See sie weggewaschen.
1957 ereignete sich unmittelbar vor der Westküste von Faial eine Eruption, durch die sich die Insel letztlich um 2 qkm vergrößerte. In dieser
Region ereignen sich Aktivitäten unter der Meeresoberfläche aber viel häufiger als auf der Oberfläche der Inseln.
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| (c) Fernando Chaves | Flora und Fauna
Obwohl sich die Azoren einer großen Besucherzahl erfreuen, insbesondere wegen ihrer Naturschönheiten, sind Naturreservate mit
Informationszentren, Aufsehern und kontrollierten Zugängen mit gekennzeichneten Pfaden so gut wie unbekannt. Ein Großteil der noch
übrigen ursprünglichen Flora befindet sich heute in geschützten Zonen. Die Flora der Inseln, insbesondere auf Pico, Terceira und Sao Miguel,
ist aus zwei Gründen höchst interessant: sie stellt eine Pflanzenwelt dar, die einmal vor Millionen Jahren in Teilen Europas weit verbreitet war,
und sie umfasst Arten, die aus ökologischen und biologischen Gesichtspunkten teils noch unerforscht sind. Abgesehen von einigen
naturgeschützten Landstrichen stehen mehrere Klippen an den Küsten entlang unter Naturschutz, vorwiegend zum Schutz der Seevögel.
Die Hortensie ist wohl die typische Pflanze der Azoren. Insgesamt zählt man aber etwa 850 verschiedene Pflanzen, Farne und Kräuter.
Die meisten Samen wurden vermutlich im Gefieder der Zugvögel auf die Inseln getragen. Mittlerweile wurden aber auch viele Pflanzen aus
allerlei Ländern von Menschen mitgebracht. Dank des regenreichen Klimas gedeihen die Pflanzen prächtig und zu praktisch jeder
Jahreszeit entdeckt man neue Blüten.
Die Tierwelt der Inseln ist nicht sehr spannend. Durch die große Entfernung zum Festland blieben die Inseln weitgehend isoliert. So gibt es
außer Fledermäusen keine wirklich einheimischen Säugetierarten. Dafür gibt es auch keine giftigen oder gefährlichen Tiere. Viele
Vögel nutzen die Inseln als Station auf den Zug ins Winter- oder Sommerquartier. Unter Wasser tummeln sich, durch den warmen
Golfstrom bedingt, zahlreiche Fischarten. Die Azoren sind eines der fischreichsten Gebiete der Welt.
Golfstrom
Der Golfstrom trägt seine warmen Wassermassen direkt an den Azoren vorbei. Der Atlantik ist um das Archipel ungewöhnlich warm, wovon
vor allem die Westgruppe (Flores und Corvo), aber auch die Zentralgruppe profitiert. Die Wassertemperatur liegt im
Sommer deutlich höher (bis 22 °C), als an der Atlantikküste von Portugal (etwa bis 16 °C).
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