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| (c) Amt für Tourismus - Azoren | Die neun Inseln des Azoren-Archipels sind der äußerste Außenposten der EU. Sie verteilen sich über eine Atlantikfläche von ca.
600 qkm und liegen ungefähr 1.500 km bzw. zwei Flugstunden von Lissabon und etwa 3.900 km bzw. fünf Flugstunden von der
Ostküste Nordamerikas entfernt. Entlang einer von Südosten nach Nordwesten verlaufenden Achse liegen die Inseln beidseitig der
Breitengrade, auf denen beispielsweise im nördlichen Bereich Lissabon und im südlichen Bereich New York liegt, also zwischen dem
36. und 39. nördlichen Breitengrad. Die Gesamtbevölkerung der Azoren beträgt etwa 250.000 Einwohner.
Die Inseln gliedern sich in drei Gruppen: Sao Miguel und Santa Maria bilden die östliche, Terceira, Graciosa, Sao Jorge, Pico und Faial die
mittlere und Flores und Corvo die westliche Gruppe. Mit einer Entfernung von nur 6 km liegen Pico und Faial am engsten zusammen.
Alle neun Inseln des Azoren-Archipels bestehen aus den oberen Sektionen alten Vulkangesteins. Wenn mitten im Ozeanbett Verschiebungen
der Erdkruste auftreten, entstehen Risse und der dadurch entstehende Zwischenraum füllt sich mit geschmolzener Vulkanmasse, die aus dem
Erdmantel aufsteigt und kontinuierlich neue ozeanische Kruste bildet. Mit der Zeit weitet sich der Meeresboden aus und es entstehen
Erhöhungen, die in allen Weltmeeren zu finden sind. Sie steigen manchmal über den Meeresspiegel an, so dass Inseln entstehen, wie z. B. die
Galapagos oder die Osterinseln.
Unter den Azoren stoßen drei Platten an einem T-förmigen Knotenpunkt zusammen: Die nordamerikanische, die afrikanische und die
eurasische Platte treffen sich an einem Punkt zwischen der westlichen und mittleren Inselgruppe. Flores und Corvo liegen auf der
amerikanischen Platte. Graciosa, Sao Jorge, Terceira and Sao Miguel liegen auf der eurasischen Platte, und Faial, Pico, Santa Maria
sowie die Ameiseninselchen bewegen sich allmählich hin zur afrikanischen Platte. Folglich entfernen sich die beiden westlichen Inseln vom
Rest des Archipels um 2,5 cm pro Jahr.
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| (c) Amt für Tourismus - Azoren | Die seismischen Beben, die man auf den Inseln wahrnehmen kann, werden meist durch Magma verursacht, das über die Risse hochfließt,
die in der Erdkruste entstehen, während sich die Platten voneinander entfernen. Zuweilen treten diese Beben in überraschender Häufigkeit auf.
Seismische Aktivitäten in den Azoren werden nach der McCawley-Skala gemessen, die dem Doppelten der in Nordamerika und anderswo
üblichen Richterskala entspricht. Abgesehen von Santa Maria, Flores und Corvo waren die übrigen sechs Inseln in ihrer Geschichte vielen
Eruptionen und Erdbeben ausgesetzt.
1811 tauchte etwa eine Meile vor der Küste von Sao Miguel gegenüber Ferreira eine neue Insel auf. Mit einhundert Metern Höhe und einer
Länge von etwa 1,5 km dauerte ihr Entstehen grob einen Monat. Die britische Fregatte Sabrina befand sich damals in der Gegend und
Kapitän Tillard beschloss, an der noch dampfenden Insel anzulegen. Er stak den Union Jack in den Boden, nannte die Insel Sabrina und
beanspruchte sie als britisches Gebiet! Zu Lasten seiner Glaubwürdigkeit war von der Insel keine Spur mehr zu sehen, als die nächsten
britischen Beobachter hinschifften. In nur vier Monaten hatte die See sie weggewaschen.
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