Azoren Geschichte Teil II.
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| (c) Amt für Tourismus - Azoren | Im Anschluss an die Entdeckung folgte die
Besiedlung nach einem bewährten Muster: Rinder, Ziegen und Schweine wurden auf die Inseln geschafft, um die künftige Nahrungsversorgung
zu gewährleisten und wahrscheinlich auch, um die enorme Aufgabe, die dichte Vegetation zu durchdringen, zu beginnen. Ab dem 15.
Jahrhundert kamen Siedler aus Portugal, insbesondere von der Algarve und Alentejo und auch aus Madeira. Portugals Bevölkerung belief sich
damals nur auf ein paar Millionen, so dass Heinrich der Seefahrer auf die Idee kam, die Einwanderung aus Flandern zu fördern.
Tatsächlich waren die Azoren eine Zeitlang als "Flämische Inseln" bekannt, weil so viele Flamen sich dort ansiedelten.
Die ersten Siedler sahen sich vor die enorme Aufgabe gestellt, die dichte Vegetation auszusäubern, wofür sie wahrscheinlich Feuer benutzten.
Auf einigen der Inseln musste das einen sehr steinigen Boden zutage gefördert haben. Insbesondere auf Pico musste das für die
Siedler entmutigend gewesen sein. Riesige, fein säuberlich aufgeschichtete Steinhaufen mit zwei Metern Höhe und mehreren Metern
Breite zeugen heute noch von dieser Zähigkeit und Entschlossenheit.
Um 1500 wurden die Azoren von Piraten belagert. Nach einem schweren Erdbeben wurden viele Ortschaften zerstört. Ab 1580 wurde
Portugal von König Philipp II von Spanien regiert und auf den Azoren wuchs der Widerstand. 1581 kam es auf Terceira im Kampf um die
Herrschaft zu einer Schlacht. Die Spanier wurden bei Salga mit Stieren besiegt. 1582 floh der gestürzte portugiesische König Antonio nach
Sao Miguel. Er war immer noch beliebt und hatte eine große Anhängerschaft hinter sich. Die Spanier besiegten ihn schließlich auf See und
hingen viele seiner Anhänger am Galgen. 1583 unterwarf sich Terceira der spanischen Krone.
1640 wurde Portugal wieder unabhängig. 1694 stellte sich die Bevölkerung der Azoren gegen
Lissabon. 1770 erklärte Minister Pombal die Azoren zur Kolonie.
Im 16. und 17. Jahrhundert waren die Azoren immer wieder Ort grosser Seeschlachten. Das Archipel liegt zwischen Europa, Amerika und dem
Orient. Piraten und Freibeuter überfielen häufig die Ortschaften. Erst jetzt entwickelten sich Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei richtig.
Bevorzugt wurde ab etwa 1800 auf Pico Wein, auf Sao Miguel
Orangen, dann Tee und Ananas, Tabak, Zuckerrüben und Chicoree angebaut. Insbesondere Orangen, Tee und Tabak, aber auch der neu
entdeckte Walfang, brachten Reichtum und auf den Azoren wuchs der Wohlstand.
1826 kam es in Portugal zu einem Thronfolgestreit. Die Azoren unterstützten den Liberalen Pedro IV. In der Seeschlacht vor Vila da Praia auf
Terceira erfuhren die konservativen Truppen Portugals 1829 eine herbe Niederlage, die auch den Siegeszug des Liberalismus im Mutterland
unter König Pedro IV auslöste.
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