Überseegebiete von Portugal
 |
| (c) Paulo Magalhaes | In Zusammenhang mit Portugal wird man sich zwangsläufig mit seinen ehemaligen Kolonien beschäftigen müssen.
Der Einfluss des Mutterlandes auf die Kolonialgebiete, und umgekehrt, war sehr groß und ist es heute noch. Er ist in Portugal in allen
Lebensbereichen zu erkennen, sei es in der Architektur, im Kunsthandwerk, in der Kunst oder in der
Literatur. Allein dadurch, dass die
Kolonialherren ihre Sprache in die Überseegebiete ausbreiteten, gibt es heute einen großen portugiesischen Sprachraum.
Ab dem 15. Jahrhundert breitete sich das portugiesische Kolonialreich über große Teile von Afrika,
Amerika und Asien aus.
Portugal verfolgte zunächst das Ziel, Handelsniederlassungen in allen Teilen der Welt einzurichten. Erst später war Portugal an
Inbesitznahmen größerer Landflächen, z. B. das Gebiet des heutigen Brasilien, interessiert.
 |
| (c) Paulo Magalhaes | Der Großteil dieser Entdeckungsfahrten wurde von Heinrich dem Seefahrer angeregt. Heinrich der Seefahrer war ein Prinz des
portugiesischen Königshauses, der 1418 ein ehrgeiziges Projekt zur Erschließung eines Seewegs nach Indien ins Leben rief.
Dieses so genannte "Küstenspringen" begann mit der Eroberung von Madeira 1420 und endete mit der Afrikaumsegelung Vasco da Gamas,
der schließlich im Jahr 1498 in Calicut landete. 1494 wurde durch Papst Alexander VI die Welt im Vertrag von Tordesillas in einen
portugiesischen und einen spanischen Raum aufgeteilt. 1500 wurde Brasilien durch den Seefahrer Pedro Álvares Cabral entdeckt und
kolonialsiert.
Der Niedergang des portugiesischen Kolonialreichs setzte im 17. Jahrhundert ein, als die Niederländer begannen, sich ebenfalls in
Überseegebieten zu etablieren und den Portugiesen einen Großteil ihrer asiatischen Kolonien, wie Malakka,
Formosa (Taiwan), Ceylon (Sri Lanka) und die Molukken (Gewürzinseln) zu entreißen.
Dazu kamen noch die Engländer; da sich Portugal 1580 mit Spanien vereinigte, sahen die Engländer die Portugiesen ebenfalls als ihre Feinde an.
Durch das diktatorische Regime Salazars konnte Portugal einige seiner Kolonien bis in die siebziger Jahre halten.
In den folgenden Abschnitten werden alle portugiesischen Kolonien kurz beschrieben; von diesen gehören die Azoren
und Madeira heute noch (als autonome Regionen) zu Portugal.
|