Musik in Portugal
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| (c) Amt für Tourismus - Coimbra | Die wichtigste Musikform in Portugal ist der Fado, der sehr melancholisch sein kann und deshalb teilweise für das Klischee der
melancholischen Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) verantwortlich ist. Diese Musik geht eng einher mit "saudade"
(etwa: Sehnsucht), und ist wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer
Sklaven entstanden.
Saudade, die sehnsuchtsvolle Melancholie, klingt sogar in der Nationalhymne an, wenn die "Helden des Meeres" besungen werden.
Gefühle einer Seefahrernation, deren Macht einst nach Südamerika, Afrika und Fernost reichte.
Der Fado tauchte in Portugal Ende des 18. Jahrhunderts als nostalgischer Gesang der Seeleute auf. Sein Name geht auf das Lateinische
zurück, Fado ist die Wehmutsmelodie,die von Sehnsucht, Schicksal, Liebe und Trennungsschmerz erzählt. Die "fadistas" geben sich
weltentrückt und mit ekstatischem Ausdruck ihrer Klage genießerisch hin.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die "fadistas" gesellschaftsfähig, vor allem dank der großen Sängerin Maria Severa Onofriana.
Unbestrittene Königin des Fado der Neuzeit war Amália Rodrigues, geboren 1920 in einem armen Stadtteil von
Lissabon. Konzertreisen führten
die Sängerin durch Europa und nach Übersee, sie begeisterte mit ihren vokalen Verzierungskünsten die Intellektuellen für die einst verachtete
Musik. Als Amália Rodrigues 1999 starb, wurde sie in einem Mausoleum beigesetzt. Nach ihrem Tod sind mehrere neue Künstler aus ihrem
Schatten getreten und brachten neue Formen des Fado hervor, die teilweise nur noch die "saudade" mit dem ursprünglichen Fado gemein
haben. In den früheren Kolonien von Portugal hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kapverdischen Morna einer Cesária Évora und
zum brasilianischen Choro weiterentwickelt.
Museal erscheint das, was zwischenzeitlich aus dem Fado geworden ist. Nur noch selten hört man den spontanen und ungekünstelten
"fado vadio". Was man in Lissabons Bars und Restaurants als Touristenattraktion verkauft, ist oft mehr Varieté als Volksmusik. Akademisch
geht es hingegen beim Fado in der alten Universitätsstadt Coimbra
zu. Dort warben die Studenten im schwarzen Umhang, der capa, ähnlich den mittelalterlichen Minnesängern um weibliche Gunst. Heute, wo
selbst in Portugal die jungen Frauen nicht mehr am Fenster sitzen, verdienen sie damit ihr Studium.
Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar stammt eine Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser
Protestbewegung sind José Afonso (häufig "Zeca" genannt) und Sérgio Godinho. Von José Afonso stammt die Interpretation des Liedes
Grândola, Vila Morena, welches das Startzeichen zur Nelkenrevolution gab. Im Popmusik-Genre hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga
entwickelt, der eine an Portugal adaptierte Version des Hip Hop ist und unter den Jugendlichen sehr populär ist...
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