Portugal Geschichte 19. Jahrhundert - 2005 Napoleon, Brasilien, Einheitspartei, Militär, António de Oliveira Salazar, Estado Novo, Kolonialkrieg, Nelkenrevolution, Barroso, Socrates
 
 
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Geschichte von Portugal

19. Jahrhundert - 2005

1807 besetzten napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie floh nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kam es zur liberalen Revolution, das Land erhielt 1821 seine erste Verfassung. Der sich anschließende Kampf zwischen den Anhängern des Absolutismus und denen einer konstitutionellen Monarchie wurde erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg entschieden.

Die Zeit nach dem Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 starb mit Königin Maria II das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II von Sachsen-Coburg-Gotha übernahm der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie war durch eine allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1908 wurden der König (Karl I) und der Thronfolger bei einem Attentat getötet, 1910 wurde die Republik ausgerufen.

Im März 1916 trat das Land in den 1. Weltkrieg ein und kämpfe bis 1918 gegen das Deutsche Reich. Portugal mobilisierte dafür bis zu 100.000 Soldaten, von denen ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fielen. Die erste Republik (bis 1926) war durch anarchische, chaotische Zustände geplagt; monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche, schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichneten die Lage des Landes.

1926 putschte das Militär und beendete die erste Republik. Unter den Militärs stieg ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zur Macht auf. Er gründete ab 1933 den "Estado Novo", den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE).

Im 2. Weltkrieg blieb das Land neutral, erlaubte aber den Alliierten die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren. 1943 schloss es den Iberischen Pakt mit Spanien. Nach Kriegsende trat das Land der NATO bei. 1949 trat es dem Nordatlantikpakt bei.

Ab 1960 begann der Kolonialkrieg, der besonders in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wurde. 1968 musste Salazar aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten, sein Nachfolger, Marcello Caetano, konnte sich jedoch nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg sah sich Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges führten zu steigender Staatsverschuldung und Inflation. Wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung zu finden, putschte das Militär schließlich 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorgerufen durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führte dazu, dass sich die Bevölkerung massenhaft mit den putschenden Offizieren solidiarisierte, es kam zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendete. Die neuen Machthaber entließen die portugiesischen Kolonien (ab 1974) in die Unabhängigkeit. Das war das Ende des jahrhundertealten portugiesischen Kolonialreichs.

Die erste Phase nach der Revolution war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo), innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offiziere. Zunächst sah es so aus, als obsiegte die sozialistische Strömung, es kam zu Verstaatlichungen und Landreformen, die neue Verfassung von 1976 bezeichnete den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.

Als sich bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen konnte, waren die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führten das Land schließlich 1986 in die Europäische Gemeinschaft.

Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kam es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Mit einer Wahlbeteiligung von über 60 % erreichte die konservative PSD unter José Manuel Durao Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 %, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) mit 37,9 bzw. 8,8 %. Mit letzterer bildete Barroso eine Koalitionsregierung.

2004 wurde Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger Romano Prodis als Präsident der Kommission der EU nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wurde Pedro Santana Lopes, der aber nur kurze Zeit regieren konnte, da der Präsident bereits im November das Parlament vorzeitig auflöste und für Februar 2005 Neuwahlen ausschrieb, bei der die Partido Socialista zum ersten Mal in der Geschichte eine absolute Mehrheit errang. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates war vom 12. März 2005 bis 21. Juni 2011 Ministerpräsident. Seit dem 21.06. 2011 kommt sein Nachfolger Pedro Passos Coelho aus der Sozialdemokratischen Partei. Weitere Infos über die portugiesische Politik und die Parteienlandschaft.

Quelle: The CIA World Fact Book

Geschichte von Portugal
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